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Deutschland
wird als Reiseziel beliebter
Gute
Nachfrage aus Westeuropa / Inlandstourismus wächst
noa.
BERLIN, 14. März. Deutschland hat seine Rolle als Urlaubsland
im vergangenen Jahr weiter ausgebaut. Im Jahr 2003 ist die Zahl
der Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland um 2,1
Prozent auf 38,5 Millionen gestiegen. Für dieses Jahr erwartet
Petra Hedorfer, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Zentrale für
Tourismus (DZT), bei den ausländischen Besuchern eine weitere
Steigerung um 2 Prozent und einen leichten Zuwachs von einem Prozent
bei den Inlandsübernachtungen.
Im
vergangenen Jahr gewann Deutschland im Inland, also bei den Reisen
der Deutschen, 2 Prozentpunkte Marktanteil und erreichte damit
einen Marktanteil von 60 Prozent. Dies entspricht einer Zahl von
75,2 Millionen Inlandsreisen. Die Tendenz, daß das eigene
Land der Deutschen liebstes Reiseziel ist, hat sich damit verfestigt.
Die Ursache liegt in der wachsenden Zahl von Kurzurlauben, wobei
längere Urlaubsreisen mit mehr als vier Nächten stark
rückläufig waren (minus 14 Prozent).
Rund
drei Viertel aller ausländischen Urlauber kamen aus Westeuropa,
wobei die Niederlande der wichtigste Quellmarkt für das Urlaubsland
Deutschland ist. Aber auch die Schweiz, Belgien, Italien, Frankreich
und Dänemark sind wichtige Quellmärkte für die
deutschen Urlaubsgebiete. Unter diesen Gebieten haben die Bundesländer
Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Berlin sowie Bremen
am deutlichsten zugelegt. Von der Ost-Erweiterung erwartet Hedorfer
künftig weitere Impulse für den Deutschland-Tourismus,
der im vergangenen Jahr lediglich Rückgänge aus den
Vereinigten Staaten und wegen der Lungenkrankheit Sars auch aus
Asien zu verzeichnen hatte. Auf absehbare Zeit jedoch rechnet
die DZT vor allem aus China und Japan mit steigenden Gästezahlen.
Für ganz Asien prognostiziert die DZT mittelfristig eine
Übernachtungszahl von jährlich 4 Millionen.
Hedorfer
hält Deutschland mit seiner guten Infrastruktur und seinem
Angebot auch künftig für sehr gut aufgestellt. Der stark
steigende Bevölkerungsanteil von Gästen aus den zehn
wichtigsten Quellmärkten, die älter als 55 Jahre seien,
sorge für gute Wachstumschancen bis zum Jahr 2020. Nach einer
Untersuchung bieten die Angebote des Städte- und Eventtourismus,
von Rundreisen und Erholungsurlaub einschließlich der Berücksichtigung
der steigenden Bedeutung der Themen "Gesundheit und Kultur"
in dieser Altersgruppe ein sehr hohes Wachstumspotential. Die
DZT beziffert es mit 31,1 Millionen zusätzlichen internationalen
Reisen bis zum Jahr 2020.
Auch
die neuen Angebote von Fluggesellschaften, insbesondere die der
Billigfluggesellschaften, machen Reisen nach Deutschland für
Ausländer interessanter. In ganz Europa werden nach einer
Untersuchung der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens,
Fraport AG, bis zum Jahr 2010 125 Millionen Passagiere mit dem
Ziel Deutschland in diesem Billigflugsegment erwartet. Im vergangenen
Jahr haben allein 4,2 Millionen Deutsche das Angebot der Billigfluggesellschaften
genutzt. Das Beispiel des Flughafens Hahn zeige zudem, daß
der Anteil der Reisen nach Deutschland mit einem Quellabflughafen
im Ausland an den Reisen insgesamt 15 Prozent betragen habe. Davon
wiederum seien 35 Prozent auf Geschäftsreisende und 65 Prozent
auf Privatreisende entfallen. Auch der Vertriebsweg Internet ermögliche
Ausländern einen besseren Zugang zu deutschen Reiseangeboten.
Darüber
hinaus hätten in den vergangenen Jahren auch mehr und mehr
ausländische Reiseveranstalter spezielle Deutschland-Prospekte
aufgelegt. Hedorfer forderte alle Beteiligten im Deutschland-Tourismus
auf, die Chance, die die Fußball-Weltmeisterschaft im Jahr
2006 biete, nicht zu vernachlässigen. Durch dieses Großereignis
rechnet die DZT für das Jahr 2006 mit einem Wachstumsschub
bei allen Übernachtungen von 1,7 Prozent.
Artikel
erschienen am 15.3.2004 - Frankfurter
Allgemeine Zeitung
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