| Schwache
Konjunkturaussichten dämpfen Konsumklima weiterhin
Ergebnisse
der GfK-Konsumklimastudie für August 2008
Nürnberg,
26. August 2008 – Insbesondere die stark eingetrübten Konjunkturaussichten
schwächen das Konsumklima im August weiter ab. Auch konnten die
deutlich gesunkenen Rohölpreise die Verbraucherstimmung nicht
aufhellen. Die Anschaffungsneigung lässt daher erneut nach. Nur
die Einkommenserwartung erholt sich nach dem Einbruch im Juli
leicht. In der Folge sinkt die Prognose für das Konsumklima nach
einem Wert von revidiert 1,9 Punkten im August für September auf
1,5 Punkte. Im Sommer 2003 lag der Indikator letztmals auf einem
vergleichbar niedrigen Niveau.
Eingetrübte
Konjunkturaussichten und die Erwartung zusätzlicher Preiserhöhungen
belasteten im August weiterhin die Stimmung der Verbraucher. Während
sich die Einkommenserwartung leicht von ihrem deutlichen Rückgang
im Vormonat erholt hat, erlitt die Konjunkturerwartung erneut
einen starken Dämpfer. Auch die Anschaffungsneigung, die sich
im historischen Vergleich seit vielen Monaten auf weit unterdurchschnittlichem
Niveau bewegt, musste wiederholt leichte Einbußen hinnehmen.
Konjunkturerwartung: deutlicher Rückgang
Die
Konjunkturerwartung hat nach einem Minus von 15,5 Punkten im Vormonat
im August nochmals deutlich um 13,8 Punkte nachgegeben und liegt
nun bei minus 20 Punkten. Dieser Wert wurde letztmals vor über
vier Jahren im Juli 2004 unterschritten.
Nachdem
die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal 2008 erstmals seit
rund vier Jahren ein leicht negatives Wirtschaftswachstum zu verzeichnen
hatte, zeigt sich bei den Verbrauchern zunehmender Konjunkturpessimismus.
Zu den Wachstumsängsten tragen neben niedrigeren Auftragseingängen
und sinkenden Konjunkturindikatoren weiterhin die negativen Schlagzeilen
zur Finanzmarktkrise bei, die noch nicht überwunden scheint.
Einkommenserwartung: leicht erholt
Trotz
der deutlichen Rückgänge bei den Rohölpreisen betrachten
die Konsumenten die Entwicklung der Kaufkraft weiter pessimistisch.
Der Indikator zur Einkommenserwartung liegt im August bei minus
16,8 Punkten. Im Vergleich zum Juli bedeutet dies eine leichte
Erholung um 3,2 Zähler. Im langfristigen Vergleich bewegt
sich der Indikator weiterhin auf unterdurchschnittlichem Niveau.
Die
zuletzt gemeldeten Entwicklungen bei den Erzeuger- und Großhandelspreisen
lassen eine auf mittlere Sicht weiterhin hohe Inflationsrate erwarten.
Auch bei den Energiepreisen ist keine wirkliche Entlastung in
Sicht. Zwar sind die Rohölpreise gesunken, doch steht den
Verbrauchern im Herbst 2008 eine angekündigte drastische
Erhöhungsrunde bei den Gaspreisen bevor. Die eigentlich überdurchschnittlichen
nominalen Lohn- und Gehaltszuwächse in diesem Jahr werden
deshalb voraussichtlich vollständig durch Preissteigerungen
überschattet. Der nach wie vor robuste Arbeitsmarkt tritt
angesichts der Inflationsentwicklung in der Wahrnehmung der Konsumenten
in den Hintergrund.
Anschaffungsneigung: durch Inflation gedämpft
Die
Anschaffungsneigung befindet sich weiter auf Talfahrt. Der Indikator
büßt im August 1,7 Zähler ein und liegt nun bei
minus 27,9 Punkten. Die GfK hatte zuletzt Mitte 2005 ähnlich
niedrige Werte ermittelt.
Die
Inflation steht derzeit auf breiter Basis. Nicht nur die hohen
Energiepreise senken die Kaufkraft der Verbraucher. Die zuletzt
stark gestiegenen Preise der Erzeuger und im Großhandel
lassen auch für die Preisentwicklung bei anderen Gütern
des täglichen Bedarfs kaum auf Entlastung hoffen. Folglich
wird trotz deutlicher nominaler Einkommenszuwächse das real
für den Konsum zur Verfügung stehende Einkommen in diesem
Jahr aufgrund der Inflation kaum zunehmen. Somit verspüren
die Konsumenten derzeit wenig Lust auf größere Anschaffungen.
Konsumklima:
getrübt durch schwache Konjunktur
Das
Konsumklima gibt weiter nach. Der Gesamtindikator prognostiziert
für September einen Wert von 1,5 Punkten nach revidiert 1,9
im August.
Neben
den anhaltenden Preissteigerungen für Energie und Güter
des täglichen Bedarfs ist es insbesondere die Erwartung einer
schwächeren Konjunkturentwicklung, die für eine gedämpfte
Konsumstimmung sorgt.
Zur
Studie
Die
Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX"
und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die
im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report
werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und
ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch
Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20
Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.
Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.
Der
nächste Veröffentlichungstermin ist der 25. September 2008.
Die
folgende Tabelle zeigt die einzelnen Indikatoren im Überblick:
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Einkommenserwartung
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Diesem
Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
‚Wie wird sich - Ihrer Ansicht nach - die finanzielle Lage
Ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?’
(verbessern - gleich bleiben - verschlechtern)
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Konjunkturerwartung
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Diesem
Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
‚Was glauben Sie, wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche
Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?’ (verbessern
- gleich bleiben - verschlechtern)
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Konsum-
und Anschaffungsneigung
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Diesem
Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
‚Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen
zu tätigen?’ (Der Augenblick ist günstig - weder günstig
noch ungünstig - ungünstig)
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Konsumklima
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Dieser
Indikator soll die Entwicklung des privaten Verbrauchs erklären.
Seine wesentlichen Einflussfaktoren sind die Einkommenserwartung,
die Anschaffungs- und die Sparneigung. Die Konjunkturerwartung
wirkt eher indirekt über die Einkommenserwartung auf das
Konsumklima.
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Weitere Informationen: Rolf Bürkl, GfK Marktforschung, Tel. +49
(0) 911 395-3056, rolf.buerkl@gfk.com
Zur GfK Gruppe
Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen,
ist in den fünf Geschäftsfeldern Custom Research, Retail and Technology,
Consumer Tracking, Media und HealthCare aktiv. Neben 13 Niederlassungen
in Deutschland gehören der GfK Gruppe insgesamt weltweit über
130 Unternehmen in über 70 Ländern an. Von den derzeit über 7.800
Beschäftigten arbeiten rund 80 Prozent außerhalb Deutschlands.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.de.
V.i.S.d.P.
GfK AG, Public Affairs and Communications
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Artikel
erschienen am 26.08.2008 - GfK
Marktforschung GmbH
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