| Konsumklima
- Frühling noch nicht in Sicht
Ergebnisse
der GfK-Konsumklimastudie für Februar 2008
Nürnberg,
27. Februar 2008 – Die Stimmung der deutschen Verbraucher präsentiert
sich im Februar insgesamt stabil. Der Indikator Einkommenserwartung
hat angesichts zu erwartender deutlicher Lohnsteigerungen etwas
zugelegt. Dagegen mussten die Anschaffungsneigung sowie die Konjunkturerwartung
wieder Einbußen hinnehmen. Der Gesamtindikator Konsumklima prognostiziert
für März im Vergleich zu den beiden ersten Monaten des Jahres
unverändert einen Wert von 4,5 Punkten.
Es
fällt den Verbrauchern zu Beginn dieses Jahres nach wie vor
schwer, eine deutliche Richtung hinsichtlich der allgemeinen wirtschaftlichen
Entwicklung und ihrer persönlichen finanziellen Situation
zu erkennen. Die Nachwehen der Hypothekenkrise in den USA sind
ebenso spürbar wie die Verunsicherung, die von der instabilen
US-Konjunkturentwicklung, der derzeit hohen Inflationsrate und
der schwankenden Stimmung an den Börsen ausgeht. Dennoch
erhalten die Konsumenten auch weiterhin positive Signale. Die
Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt erscheint stabil, die Aussichten
auf großzügige Tarifabschlüsse sind gut, und die
deutsche Wirtschaftsentwicklung zeigt nach wie vor aufwärts.
Dieses insgesamt uneinheitliche Bild führt im Februar dazu,
dass die Einkommenserwartung den Verlust aus dem Januar wieder
aufholt, Konjunkturerwartung und Anschaffungsneigung jedoch nach
der leichten Erholung im Vormonat wieder sinken.
Konjunkturerwartung: Hypothekenkrise nach wie vor aktuell
Die
leichte Verbesserung der Erwartungen an die wirtschaftliche Entwicklung
im Januar war nicht von langer Dauer. Nach einem Anstieg um gut
5 Punkte zu Jahresbeginn sinkt der Indikator im Februar deutlich
um 14,1 Punkte auf einen Wert von 14,6. Die Konjunkturerwartung
präsentierte sich letztmals Ende 2006 ähnlich verhalten.
Vor
allem die Hypothekenkrise in den USA sorgt mit ihren Auswirkungen
auf diverse deutsche Banken sowie durch ihren grundsätzlich
dämpfenden Einfluss auf die US-Konjunktur für nachhaltige
Verunsicherung. Die Verbraucher können nach wie vor nur schwer
erkennen, inwieweit die deutsche Wirtschaft von einer eventuellen
Rezession in den USA in Mitleidenschaft gezogen würde. Dagegen
ließen sich die Verbraucher in ihren Erwartungen an die
Konjunktur nach den alarmierenden Einbrüchen im Vormonat
nicht mehr von der Börsenentwicklung beirren.
Einkommenserwartung:
stabile Preise für positiven Trend wichtig
Nach
einem leichten Verlust im Januar zeigt der Indikator Einkommenserwartung
in diesem Monat wieder nach oben. Er steigt um 4,2 auf derzeit
minus 0,5 Punkte. Damit befindet sich die Erwartung der Verbraucher
an die eigene finanzielle Lage nach zwei leichten Rückgängen
in Folge wieder auf dem Niveau von November 2007.
Zwar
kommt der Aufschwung in Form steigender Löhne inzwischen
bei den Verbrauchern an. Die Angst, dass dies durch deutliche
Preissteigerungen jedoch wieder zunichte gemacht wird, ist nach
wie vor spürbar. Seit Herbst letzten Jahres scheinen sich
die Hoffnung auf gute Tarifabschlüsse und die Inflationsängste
dabei weitgehend die Waage zu halten. Der Indikator schwankt seit
September 2007 in einem Band zwischen 2,3 und minus 4,7 Punkten
und lässt keine klare Entwicklung erkennen. Für einen
deutlich positiven Trend in der Zukunft sind vor allem stabilere
Preise von entscheidender Bedeutung.
Anschaffungsneigung:
beunruhigte Verbraucher
Nach
zwei Anstiegen in Folge gibt die Anschaffungsneigung der deutschen
Verbraucher im Februar wieder deutlich nach. Nach einem Wert von
minus 8,8 Punkten im Januar sinkt der Indikator auf minus 15 Punkte.
Die
verhaltenen positiven Signale der Vormonate sind damit erst einmal
wieder Makulatur. Vor allem die Sorge um steigende Preise veranlasst
die Konsumenten vermutlich nach wie vor, größere Anschaffungen
mit Zurückhaltung zu betrachten.
Konsumklima:
stabil auf moderatem Niveau
Der
gegenläufige Zick-Zack-Kurs der Einzelindikatoren führt
insgesamt zu einem Verharren des Konsumklimas auf unverändertem
Niveau. Der Gesamtindikator prognostiziert für März
mit 4,5 Punkten eine im Vergleich zu den beiden Vormonaten unveränderte
Verbraucherstimmung.
Für
die Verbraucher ist derzeit keine klare Richtung zu erkennen.
Für eine nachhaltig positive Entwicklung des Konsumklimas
ist es entscheidend, dass die Rahmenbedingungen wieder eindeutig
nach oben zeigen. Eine weiterhin gute Lage am Arbeitsmarkt ist
Voraussetzung dafür, dass der private Verbrauch in diesem
Jahr einen positiven Beitrag zur wirtschaftlichen Entwicklung
leisten kann. Auch die Preise bei Energie, Benzin und Lebensmitteln
sollten sich auf einem für die Verbraucher akzeptablen Niveau
bewegen.
Zur Studie
Die
Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie "GfK-Konsumklima MAXX"
und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die
im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report
werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und
ausführlich kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch
Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20
Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.
Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 erhoben.
Der
nächste Veröffentlichungstermin ist der 27. März 2008.
Die
folgende Tabelle zeigt die einzelnen Indikatoren im Überblick:
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Einkommenserwartung
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Diesem
Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
‚Wie wird sich - Ihrer Ansicht nach - die finanzielle Lage
Ihres Haushalts in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?’
(verbessern - gleich bleiben - verschlechtern)
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Konjunkturerwartung
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Diesem
Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
‚Was glauben Sie, wie wird sich die allgemeine wirtschaftliche
Lage in den kommenden zwölf Monaten entwickeln?’ (verbessern
- gleich bleiben - verschlechtern)
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Konsum-
und Anschaffungsneigung
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Diesem
Indikator liegt folgende Frage an die Verbraucher zugrunde:
‚Glauben Sie, dass es zurzeit ratsam ist, größere Anschaffungen
zu tätigen?’ (Der Augenblick ist günstig - weder günstig
noch ungünstig - ungünstig)
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Konsumklima
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Dieser
Indikator soll die Entwicklung des privaten Verbrauchs erklären.
Seine wesentlichen Einflussfaktoren sind die Einkommenserwartung,
die Anschaffungs- und die Sparneigung. Die Konjunkturerwartung
wirkt eher indirekt über die Einkommenserwartung auf das
Konsumklima.
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Weitere Informationen: Rolf Bürkl, GfK Marktforschung, Tel. +49
(0) 911 395-3056, rolf.buerkl@gfk.com
Zur GfK Gruppe
Die GfK Gruppe, weltweit die Nummer 4 der Marktforschungsunternehmen,
ist in den fünf Geschäftsfeldern Custom Research, Retail and Technology,
Consumer Tracking, Media und HealthCare aktiv. Neben 13 Niederlassungen
in Deutschland gehören der GfK Gruppe insgesamt weltweit über
130 Unternehmen in über 70 Ländern an. Von den derzeit über 7.800
Beschäftigten arbeiten rund 80 Prozent außerhalb Deutschlands.
Weitere Informationen erhalten Sie unter www.gfk.de.
V.i.S.d.P.
GfK AG, Public Affairs and Communications
Marion Eisenblätter
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Artikel
erschienen am 27.02.2008 - GfK
Marktforschung GmbH
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