Medienberichte
NEWS - Stets aktuelle Medienberichte über Tourismus und Internet

Wenige Tage vor Ostern: Die Aussichten des Tourismus sind nicht rosig. "Wir müssen uns etwas einfallen lassen, von der Arena allein können wir nicht leben."
Hotelbesitzer besorgt: Die Deutschen machen sich rar

Vor allem die 4- und 5-Sterne-Hotels bekommen das zu spüren, die anderen Hotels erhalten Reservierungen nur für ein Drittel ihrer Zimmer. "Letztendlich wird an der Qualität gespart"
von Paola Colaprisco

Die 4- und 5-Sterne-Hotels sind trostlos leer, während 2- und 3-Sterne-Hotels wenigstens für ein Drittel ihrer Zimmer Reservierungen erhalten haben. Es wird kein gutes Osterfest für den Veroneser Tourismus erwartet. Sergio Cucini, der Präsident der Vereinigung der Hotelbesitzer Asco-Confcommercio der Stadt Verona und Provinz, verhehlt seine eigene Besorgnis und die der 177 anderen Mitglieder nicht. Es sind noch einige Tage bis zu den Osterferien, das ist wahr, aber die Aussichten sind alles andere als rosig: die Touristen, so scheint es, haben beschlossen, Verona in diesem Frühling nicht in ihre Reiseroute einzuplanen. Ein harter Schlag für die für den Tourismus viertwichtigste Stadt Italiens. In gewissem Sinne eine Bestätigung, dass der Mythos der Julia gut fürs Herz, aber nicht gut für die Geldbörsen der Veroneser ist. Und dass man sich etwas Neues einfallen lassen muss, da man von der Arena allein nicht leben kann.

"Genau das ist das Problem", gibt der Vorsitzende Cucini zu, "Verona hat Förderung und Werbung nötiger als man glaubt. Die Stadt hat zwar einen im Großteil der Welt berühmten Namen, vor allem dank Shakespeare, aber nur wenige Italiener und Ausländer kennen die Besonderheiten und die große Attraktivität unserer Stadt. Und noch weniger entscheiden sich dafür sie zu besuchen. Die beiden Vereinigungen, die aus der Asche der Vereinigung zur Förderung des Tourismus entstanden sind, haben schon gesät: Es sind gute Einfälle in die Tat umgesetzt worden, aber leider ist es noch zu früh, um zu ernten. Deshalb bleibt Veronas Tourismus zum ,Davonlaufen'."
Vielleicht aufgrund der Preise... Der Präsident der Vereinigung akzeptiert diese Provokation nicht: "Was kostet es in Verona zu übernachten? Und was in Bologna? Nein, die Preise in Verona sind richtig. Dennoch ist die Auslastung der Hotelzimmer leider unter den niedrigsten im Veneto. Die Gründe? Die schlechte Konjunkturlage. Das ist kein Wortspiel: Wir befinden uns in einer wirtschaftlichen Krise. Vor allem die Deutschen bewegen sich nicht mehr weg von zu Hause und für uns, die wir abhängig von den deutschen Touristen sind, sind die Folgen schwerwiegend."
Es gibt jedoch Hoffnung. "Dass die Deutschen, die Italien zugunsten der kroatischen Adriaküste verlassen haben, zu uns zurückkehren, weil man sich in Ex-Jugoslawien schlau glaubt und die Preise erhöht. Und bedenkt man, dass sie von der Logistik und Organisation im Vergleich zu uns noch dreißig Jahre zurück sind, bleibt nur zu hoffen, dass am Ende die Qualität und die Gastfreundschaft hier als Gewinner hervorgehen."

Das starke englische Pfund ließ Hoffnung in einen touristischen Boom aus England aufkeimen. Wie stehen da die Dinge?
"Die Briten beginnen sich zu bewegen, aber noch sind es wenige. Marketing in touristischer Sache ist notwendig."
Hat die Tatsache, dass man inzwischen über das Internet Reservierungen in Hotels vornehmen kann, keine positive Wirkung?
"Das Netz ist noch nicht jedem Haushalt zugänglich. Und gibt man das Wort ,Verona' in irgendeine Suchmaschine ein, erhält man Tausende von Ergebnissen; ein Privatmann wird nur schwerlich alle durchblättern bis er zur Adresse eines Hotels kommt. Das ist eine Möglichkeit, die noch besser untersucht werden muss."
Sind Bed & Breakfasts und der Agriturismus zu fürchtende Konkurrenz für die Hotels?
"Das Bed & Breakfast-Konzept wird auch bei uns zunehmend beliebter, es wird von den Betreffenden auch schon beworben. Ich denke jedoch, dass das vor allem die 2- und 3-Sterne-Hotels betreffen wird, die wenig Variationsmöglichkeiten in puncto Ausgaben haben. Was den Agriturismus betrifft, unterstützt die Vereinigung diese Ferien- und Bauernhöfe. Es hat keinen Sinn, sich gegenseitig Konkurrenz zu machen, es ist besser sich zusammenzuschließen und gemeinsam die Kultur der Gastfreundschaft zu pflegen. Aber das Grundproblem bleibt: Es sind mehr Leute am Tisch, aber die Torte, die man sich teilen muss, bleibt die gleiche."
In Treviso und Padua, um nur zwei Beispiele zu nennen, haben Erlebnisausstellungen den Tourismus erheblich angeschoben. Könnte Verona nicht gleichziehen?
"Auch in Rovereto verzeichnet man mit dem Museum für zeitgenössische Kunst einen Besucheransturm. Aber Verona ist leider unflexibel, man hat keinen präzisen Plan. Die staatlichen Institutionen müssten uns helfen und uns nicht ignorieren wie die Provinzregierung, die erstmalig nicht einmal am Ende der Legislaturperiode die touristische "Tafel gedeckt" hatte. Was hat denn Verona von Dezember bis heute angeboten? Eine große Ausstellung wäre wünschenswert, aber der Raum um sie zu präsentieren, wo ist er? Sollen wir den üblichen Palazzo Forti anbieten? Allein können wir es nicht schaffen, für den Tourismus anzuschieben, brauchen wir ein System."

Zenatello: "Ein Rückgang der Besucher wird erwartet, aber wir hoffen auf die "last minutes"

"Der Tourismus zu Ostern ist vom Typ "last minute"; ich würde eher abwarten, als Vorhersagen zu treffen." Er baut auf Zeit, Gianni Zenatello, der Präsident der Vereinigung der Veroneser Hoteliers, dem "einzigen Hotelreservierungsbüro", so liest man im Internet unter www.veronahotels.de, das "mehr als 50 Mitglieder unter den 2-, 3-, 4- und 5-Sterne-Hotels in Verona und Provinz hat."
"Die Signale geben keinen Grund zum Optimismus", erklärt Zenatello, "und die Veranstalter erwarten sicherlich ein unterdurchschnittliches Ostergeschäft. Aber ich wiederhole, zu Ostern entscheiden sich die Urlauber erst im letzten Moment für ihr definitives Reiseziel."
Es wäre schon ein gutes Ergebnis für die Veranstalter, die Besucherzahl vom letzten Jahr zu erreichen. "Ostern letztes Jahr war zwar auch nicht besonders gut, aber beim aktuellen Stand der Dinge erwarten wir keine Wunder," gesteht Zenatello. "Europa ist nicht im Griff der Angst, aber doch der Besorgnis. Ein weiterer Rückgang der Besucherzahlen scheint sicher zu sein. Aber wir wollen trotz allem Vertrauen haben: Die Vereinigung hat gute Promotionarbeit geleistet, am Horizont zeigt sich schon so mancher Amerikaner... Hoffen wir also auf ein gutes Osterfest."

Deutsche Übersetzung des Artikels aus L'Arena vom 7.4.2004 - L' Arena


[TELETOURISMUS ONLINE ] [ITALIA TELETOURISMUS] [PRESSEBERICHTE]
2004 Teletour Online