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Sommergeschäft der TUI kommt auf Touren

Umsatz klettert um 3,3 Prozent - Trotz Terroranschlägen in Spanien will Konzern stärker wachsen als der Markt

Berlin - Europas größter Touristikkonzern TUI spürt nach zwei Jahren Reiseflaute wieder einen verhaltenen Aufschwung. Im laufenden Touristikjahr 2003/2004 lägen die gebuchten Umsätze konzernweit um 3,3 Prozent über dem Vorjahr, sagte TUI-Chef Michael Frenzel. In der bis Ende März laufenden Wintersaison habe TUI seine Reiseumsätze bislang um 6,1 Prozent gesteigert bei 6,4 Prozent mehr Urlaubern.

Bei den Buchungen für den Sommer 2004 zeichne sich eine Trendwende ab, sagte Frenzel. Die gebuchten Umsätze lägen derzeit knapp ein Prozent über dem vergleichbaren Vorjahresstand, die Gästezahlen lägen allerdings noch knapp darunter. "Eine lange Durststrecke liegt hinter uns, es geht allmählich wieder bergauf", sagte Frenzel.

Allerdings verläuft das Geschäft in den drei großen Märkten von TUI sehr unterschiedlich. Während TUI in Deutschland nach Buchungseinbußen gerade erst das Vorjahresniveau übertroffen hat, verzeichnet der Konzern in Großbritannien und Frankreich weitaus höhere Umsatzzuwächse.

Im zuletzt zähen Markt Deutschland zieht das Geschäft langsam wieder an. Allerdings drücken die Preisnachlässe auf die Umsätze des Reiseriesen. Für die Wintersaison hat die TUI bislang 7,9 Prozent mehr Gäste registriert, die Umsätze wuchsen aber mit 2,2 Prozent deutlich schwächer. Für das Sommergeschäft gibt es bei der TUI ein Gästeplus von 3,1 Prozent, beim Umsatz zwei Prozent. TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher sagte, der Veranstalter werde weiterhin Preisdisziplin wahren und bei schlechter Nachfrage Kapazitäten kürzen. TUI werde nicht versuchen "krampfhaft Marktanteile zu gewinnen". So seien vor einigen Wochen Flüge nach Ibiza gestrichen und nach Ägypten verlegt worden. Auch gebe es für Mallorca ein "glänzendes Comeback".

Frenzel rechnet nach den Anschlägen nicht mit schwer wiegenden Folgen für das Spaniengeschäft des Konzerns. "So schrecklich die Anschläge auch waren", es sei kein touristisches Ziel getroffen worden. Auch die Welttourismusorganisation (WTO) befürchtet keine Auswirkungen auf den weltweiten Fremdenverkehr. "Wir bleiben eher zuversichtlich", sagte WTO-Generalsekretär Francesco Frangialli auf der ITB.

Als Gründe für die positive Einschätzung nannte er die anziehende Wirtschaft in Europa und die steigende Nachfrage nach Reisen. In den USA und Europa mache sich zwar verstärkt Angst vor Terrorismus breit, räumte der WTO-Chef ein. In den meisten Fällen führe dies nur zu einer Verschiebung von Reiseplänen, nicht zur Absage. Die TUI macht nach eigenen Angaben pro Jahr zwischen 40 und 50 Prozent ihres gesamten Touristik-Geschäfts mit Urlaubsreisen nach Spanien. Trotzdem hält Frenzel an seiner Prognose fest und will den Umsatz im gesamten touristischen Markt "um mehr als fünf Prozent steigern" und damit stärker wachsen als der Markt.

Unter anderem wird der Reisekonzern den Vertrieb seiner Produkte im Internet forcieren. "Die Buchungskurve der Reiseportale zeigt steil nach oben", sagte Frenzel. Um die Kundenbedürfnisse noch besser bedienen zu können, hat die TUI auf der ITB eine zentrale Hotel-Website frei geschaltet, die in die bestehenden Internet-Angebote integriert werden soll. Die TUI rechnet damit, dass im Jahr 2005 bereits ein Umsatz von 28 Mrd. Euro und damit rund zehn Prozent aller Reiseausgaben in Europa "über das Internet generiert werden". Insgesamt betreibt die TUI 50 Web-Portale, über die 2003 ein Umsatz von 726 Mio. Euro gebucht wurde. eag.

Artikel erschienen am 15.3.2004 - Die Welt


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